Sportwetten auf dem Handy: zwei Bewilligungen, harte Limiten und ein Preis, den niemand ausweist
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Stand: 31 Oktober 2026. Die Bewilligungsangaben wurden gegen die Veranstalter- und Spielbewilligungen nach dem Geldspielgesetz sowie die Aufsicht der Gespa geprüft.
Die Schweizer Sportwetten-Welt auf dem Handy ist klein. Zwei Veranstalter, ein Gesetz, und dazwischen ein paar hundert Domains, die von den Telefonanbietern des Landes ausgeblendet werden. Wer heute in Zürich oder Freiburg die Sporttip App oder Jouez Sport öffnet, betritt ein Produkt mit einer Mengenbegrenzung, die nirgends beworben wird, sich aber in jeder einzelnen Wette bemerkbar macht. Vor der ersten Teilnahme müssen die eigenen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt sein. Danach beträgt der Mindesteinsatz bei einer Einzel- oder Kombiwette CHF 1, der Höchsteinsatz CHF 1'000. Und jede gestrichene Wette, jeder Cash-Out, jeder gestrichene Boost kostet etwas — nur nicht immer sichtbar auf dem Wettschein.
Der prägendste Kostenblock dieser Sportwetten-Art ist nicht der Einsatz. Es ist die Zeit und die Regelkunde, die ein Wettender mitbringt, weil das Produkt sie verlangt. Verlustlimiten senken lassen sich sofort, erhöhen erst nach 72 Stunden. Eine Wette, die über der Höchstlimite liegt, wird nicht angenommen. Ein Gewinn verfällt, wenn er 26 Wochen lang nicht geltend gemacht wird. Wer das liest, versteht, dass ein Handy-Wettschein in der Schweiz kein Selbstbedienungsladen ist, sondern ein Formular mit Bedingungen.
Das ist die Grundlage. Was in den nächsten Abschnitten kommt, ist die Rechnung, nicht die Werbung: welche Regeln den Einsatz von der Hand in den Kopf verschieben, welche zwei Telefonnummern den Markt wirklich ausmachen, und wie viel Ihnen jeder Mechanismus in Franken und Rappen nimmt.
Spielerschutz zuerst: was Limiten, Sperren und ein Kontoblick in Franken bedeuten
Warum Limiten auf dem Handy mehr kosten als am Schalter
Ein Schalter hat Öffnungszeiten. Ein Handy nicht. Wer abends um elf auf dem Sofa noch eine Livewette nachschiebt, merkt nicht, dass er in derselben Stunde dreimal auf dasselbe Spiel gesetzt hat. Genau dieser Mechanismus ist der Grund, weshalb Limiten bei den beiden Schweizer Veranstaltern nicht Empfehlung, sondern Voraussetzung sind. Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9'999, für unter 21-Jährige bei CHF 1'000.
Die Richtung der Änderung ist wichtiger als ihre Höhe. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung greift erst nach 72 Stunden. Diese Asymmetrie kostet nichts und tut doch mehr als jede Warnung: Sie baut drei Tage Reibung zwischen den Vorsatz und die Ausnahme. Wer in einer schlechten Nacht die Limite hochsetzen will, kommt heute nicht mehr durch. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich — die zweite Bremse, unabhängig vom Wettverhalten.
Der Griff zu den 30-Tage-Zahlen ist kein Zufall des Produkts. Er spiegelt den Schweizer Rahmen, in dem die Limite keine Kulanzentscheidung des Anbieters ist, sondern eine Auflage: Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für Einsätze oder Verluste über Tag, Woche oder Monat verlangen. Gesetzlich gilt eine Erhöhung 24 Stunden nach Antrag als möglich; die beiden Veranstalter arbeiten in ihren eigenen Bedingungen mit 72 Stunden, also mit der strengeren Fassung. Ein festes gesetzliches Einzahlungsoberlimit gibt es in der Schweiz nicht — was in Deutschland oder Schweden Standard ist, fehlt hier, und deshalb hängt alles an der Zahl, die Bahnende selbst eingetragen haben.
Die Limiten-Tabelle und ihr Anker
Die folgende Übersicht ordnet die Zahlen ein, wie sie in den Spielregeln und den Bedingungen für die Online-Teilnahme stehen. Sie ist ein Nachschlagewerk, keine Empfehlung: keine Spalte ersetzt die eigene Entscheidung.
| Limite | Betrag | Gilt für |
|---|---|---|
| Mindesteinsatz | CHF 1 | Einzel- und Kombinationswette |
| Höchsteinsatz | CHF 1'000 | Einzel- und Kombinationswette |
| Höchsteinsatz | CHF 10'000 | Systemwette |
| Verlustlimite (Oberlimite) | CHF 9'999 | 1, 7 und 30 Tage |
| Verlustlimite unter 21 Jahren | CHF 1'000 | 1, 7 und 30 Tage |
| Einzahlungslimite, freiwillig | frei wählbar | jeweils 30 Tage |
| Spielguthaben-Kauf | mindestens CHF 20 | über Online-Zahlung oder Einzahlungsschein |
| Spielguthaben-Kauf in 30 Tagen | höchstens CHF 10'000 | Kauf nur bis Wallet-Stand von CHF 9'999 |
Was die Tabelle nicht zeigt: Die Limiten kann das Unternehmen jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern. Eine Wette über der Limite wird nicht angenommen — die App sagt nicht «zu hoch, bitte reduzieren», sie nimmt den Wettschein schlicht nicht. Wer eine grosse Kombination aus zehn Spielen baut und die Summe erst am Ende sieht, merkt das erst beim Absenden. Der Preis dieser Regel ist ein Wettschein, der nicht dort landet, wo der Spielende ihn erwartet.
Selbst sperren: 1 bis 180 Tage, unbefristet und landesweit sichtbar
Neben der Limite steht die Spielsperre, und sie ist das schärfere Instrument. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Das Wort «ohne» ist der ganze Punkt: Der Spielende kann in dieser Zeit nichts tun, auch nicht mit Argumenten. Eine unbefristete Spielsperre wird dagegen in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.
Diese Reichweite ist der Unterschied zu allem, was eine App selbst anbietet. Eine Sperre im eigenen Konto beschränkt sich auf das eine Produkt; eine Sperre im Register zieht quer durch den Markt. Ein Aufheben ist freiwillig nicht möglich — erst nach drei Monaten, und unter Beteiligung einer Fachstelle. Nach Ablauf einer selbst gewählten Pause muss der Veranstalter den Zugang wieder öffnen, aber nicht ohne Verzögerung.
Was Kontoverifizierung und Wohnsitz kostet
Die Anmeldung ist der teuerste Schritt in Arbeitsaufwand. Mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt im Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Wer ein gutes Foto vom Personalausweis erwischt, ist in Minuten durch; wer in Liechtenstein wohnt, gehört zum Vertragsgebiet; wer in Genf sitzt und Sporttip sucht, gehört nicht dazu.
Und die Zahl, die niemand gerne liest: Bei 200 Testkäufen an Verkaufsstellen hat die Aufsicht 2025 in 47,5 % der Fälle eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Der Schalter ist also kein Sicherheitsnetz. Wer sein Kind zu einer Annahmestelle schickt, kann nicht darauf bauen, dass dort nachgefragt wird.
Touchscreen als Lotterielos mit Verfallsdatum: wie die Bedienung selbst zum Kostenfaktor wird
Bedienung auf dem Handy ist kein Komfortthema. Jede Vereinfachung entfernt einen Schritt, der einmal Zeit zum Denken war. Am Papierwettschein musste man das Feld finden, den Einsatz eintragen, den Schein abgeben. Auf dem Touchscreen sind es drei Tipps, und die Displaygrösse macht eine Kombination aus vier Spielen nicht unübersichtlich, sondern unauffällig. Deshalb zählen auf dem Smartphone Limiten, Pausen und ein klares Budget besonders — dieselbe Mechanik, nur schneller.
Wo die Schweizer App funktioniert und wo nicht
Sporttip-Wetten lassen sich online über Swisslos oder die Sporttip App für iOS und Android abgeben. In der App zusammengestellte Wetten können zusätzlich per QR-Code an einer Verkaufsstelle gespielt werden — der Hybrid ist praktisch, wenn jemand am Sonntag ohne Kartenzahlung noch einen Schein abstempeln lassen will. Das ist der einzige Punkt, an dem die Online- und die Vor-Ort-Kette in der Schweiz wirklich ineinandergreifen, und er richtet sich an eine ältere Nutzergruppe, die dem gedruckten Wettschein mehr traut als dem Wallet.
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Das Ergebnis wird zuerst auf zwei Nachkommastellen kaufmännisch aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Diese zweite Rundung ist ein Kostenpunkt von maximal vier Rappen pro Wette — klingt nach nichts, ist bei tausend Wetten aber bis zu CHF 40, die in den Rundungsregeln der Bedingungen verschwinden und nicht in der Statistik des Wettenden.
Der effektive Preis eines Touchscreen-Tipps
Ein Rechenbeispiel aus der Praxis. Wer CHF 20 auf eine Einzelwette mit Quote 2.10 setzt, rechnet mit CHF 42 zurück. Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Ein Tor in der 93. Minute zählt also, eines in der Verlängerung möglicherweise nicht — und die Anzeige auf dem Bildschirm macht keinen Unterschied zwischen den beiden Fällen. Der Unterschied entsteht erst beim Blick auf die Wettart im Programm und kostet im Zweifel den ganzen Gewinn, nicht einen kleinen Teil.
Die zweite Falle ist der Livewetten-Bildschirm. Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Auf dem Handy passiert das in Sekunden: Der Nutzer sieht die Szene im Wohnzimmer, öffnet die App, tippt — und die Quote ist bereits eingefroren. Wer beim Livewetten zögert, verliert nicht die Wette, sondern den Einsatz.
Cash-Out: bequem, aber teurer als der Wettschein
Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live. Aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Wer halb raus will, kann das nicht; es gibt keine halbe Tür.
Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Der Veranstalter muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Das ist die ehrliche Beschreibung eines Werkzeugs, das den Unsicherheitsabbau nicht verschenkt, sondern berechnet. Dazu kommt: Bei einem Cash-Out verfällt ein Quoten- oder Profitboost, der auf der Wette lag. Wer erst mit einem Boost den Nettogewinn erhöht und danach aussteigt, zahlt für den Ausstieg doppelt.
Der Vergleich der zehn Buchmacher: Bewilligungen, Beträge und die Frage, wer hier überhaupt spielen darf
Zwei Schweizer und acht ohne Bewilligung: die Einordnung
Der Vergleich zerfällt in zwei Gruppen, die man nicht zu einer Liste verschmelzen darf. Nur Swisslos (Sporttip) und die Loterie Romande (Jouez Sport) dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten. Jeder der beiden bedient sein eigenes Gebiet, und ein Online-Konto ist nur für Personen mit Wohnsitz in diesem Gebiet offen. Alles andere ist ausländisches Angebot ohne Schweizer Bewilligung, ohne Anschluss an das Sperrregister, ohne Schweizer Rechtsschutz. Die Bewerbung von Geldspielen, die in der Schweiz nicht erlaubt sind, ist strafbar. Solche Angebote gehören beschrieben und bewertet, nicht empfohlen.
| Marke | Schweizer Bewilligung | Veranstalterin bzw. gemeldete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Aufsicht Gespa |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande); Aufsicht Gespa |
| MrXbet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz |
| Wettigo | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz |
| Pribet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz |
| HighFlyBet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz |
| Boomerang Bet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz |
| AmunRa | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz |
| Betify | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz |
| Funbet | ohne Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz |
Diese zwei Zeilen und acht Zeilen sind die ganze Marktstruktur der Schweiz, soweit sie den Spielenden betrifft. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine gibt; die Aufsicht veröffentlicht nur eine Sperrliste blockierter ausländischer Domains. Diese Liste umfasste Ende 2025 671 Domains, die schweizerische Telefonanbieter per DNS blockieren. Die erste Fassung stammt vom 3. September 2019. Geblockte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt — die Aufsicht nennt dafür den Begriff Domain-Hopping und als Beispiel Interwetten und Bet-at-Home; auch bet365 steht auf der Liste.
Wann eine Domain verschwindet und was das für ein Konto bedeutet
Wer heute eine ausländische Wettseite auf dem Handy öffnet und morgen nur noch eine Fehlermeldung sieht, hat kein technisches Problem. Die Sperrliste wirkt vor der Anmeldung, und sie wirkt endgültig. Das Guthaben auf einem gesperrten Konto existiert weiter, nur nicht mehr auf dem eigenen Telefon. Es gibt kein Schweizer Verfahren, in dem ein Spielender sein Guthaben bei einem nicht bewilligten Anbieter durchsetzt: Die Schweiz schützt Wetten, die sie erlaubt, nicht Wetten gegen ihre bewilligten Veranstalter.
Was ein Vergleich auf dem Handy leisten kann und was nicht
Ein Vergleich nach klaren Kriterien statt nach Werbeversprechen stellt Veranstalter, Wettangebot, Limiten, Auszahlung und Bedienung nebeneinander. Diese fünf Grössen sind das Maximum, das ein Handy-Vergleich überhaupt tragen kann. Was er nicht tragen kann, sind Auszahlungsquoten, die zufällig aus einem Screenshot stammen, oder Bonusbedingungen, die sich mit jeder Aktualisierung ändern. Die Quotenschlüssel — der Anteil aller Einsätze, den ein Markt zurückzahlt — verändert sich mit jeder Quotenanpassung. Wetten auf das Wetter, die Politik oder Fernsehsendungen sind in der Schweiz verboten, ebenso Wetten auf Trainingsläufe; Runden mit Qualifikationscharakter und Frauenwettbewerbe sind nur dann zulässig, wenn sie auf der Liste der Aufsicht stehen. Die Auswahl ist also per Gesetz begrenzt, nicht per Angebot.
Was mobiles Wetten in der Schweiz wirklich ist: Grundlagen, Markt und die Mechanik hinter der Quote
Zwei Veranstalter als Fundament
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Gebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Zusammen ist das das Swisslos-Vertragsgebiet.

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne und zählt 2'350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Der Fall Genf-Zürich ist damit endgültig geklärt: Wer in Genf wohnt, findet Sporttip nicht in der App-Store-Registrierung; wer in Zürich wohnt, wird bei Jouez Sport keine Kontofreigabe erhalten.
Der Geldspielmarkt ist in der Schweiz kein Geschäft mit anonymen Kunden. Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, die Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe unterstützt. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Jahr 2024. Die Sportwette ist also der kleinere Teil eines grösseren Apparats — und dieser Apparat ist der Grund, warum die Regeln dichter sind als bei einem reinen Wettgeschäft.
Marktzahlen als Hintergrund
Ein Vergleich von Quoten zwischen einem Schweizer und einem ausländischen Anbieter ist auf dem Papier einfach und in der Praxis irreführend. Beide Zahlen stehen als Dezimalquote mit einem Punkt auf dem Bildschirm, aber nur einer der beiden Werte steht in einem Rechtsrahmen, der die Wette schützt. Wer den Preivergleich zum Hauptkriterium macht, vergleicht das einzige Merkmal, das bei einer nicht bewilligten Plattform nichts wert ist: Der bessere Preis ist nutzlos, wenn die Domain über Nacht aus dem Schweizer Netz verschwindet.
Wie eine Quote entsteht und was die Marge kostet
Eine Dezimalquote ist kein Versprechen, sondern eine Wahrscheinlichkeit mit eingebauter Provision. Der Quotenschlüssel eines Marktes ist der Anteil aller Einsätze, den der Markt zurückzahlt; man erhält ihn, indem man 1 durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes teilt. Die Marge des Veranstalters ist 100 % minus diesen Quotenschlüssel. Dieses Verhältnis braucht keine Tabelle und keinen Screenshot: Es gilt für jeden Markt, zu jeder Tageszeit, in der Schweiz wie überall sonst.
Zwei Zahlen aus der Wettschein-Praxis zeigen, was das bedeutet. Der Kombiboost gilt nur online für Prematch, Live und Systemwetten und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind aber limitiert. Das ist der Punkt, an dem die Werbung und die Wirklichkeit auseinandergehen: Ein Boost von 100 % klingt nach der doppelten Auszahlung, ist aber eine Nettogewinn-Erhöhung auf einen begrenzten Einsatz. Wer rechnet, merkt, dass der Sprung von vier auf fünfzehn Voraussagen mit Mindestquote 1.50 viel riskanter ist als der Sprung von 5 auf 100 % in der Broschüre. Jede zusätzliche Voraussage multipliziert die Gesamtquote — und die eigene Verlustwahrscheinlichkeit.
Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der Markt der Boost-Aktionen ist damit ein Markt mit sehr kurzen Verfallszeiten — und mit einer Zielgruppe, die den Wettbewerb im Markt nicht als Preisvergleich liest, sondern als Gelegenheit.
Kombinationen und die Bet-Builder-Funktion
Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Der Rückerstattungsfall ist der freundliche Fall. Der unfreundliche Fall tritt nicht ein, weil der Nutzer die Kombination falsch eingegeben hätte, sondern weil die Regel die Verantwortung für die Zulässigkeit einer Kombination von der Software auf den Wettschein verschiebt.
Was ein Handytipp in Franken und Rappen zurückbringt
Die Mechanik ist einfach, sobald man sie einmal zu Ende rechnet. Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten —, aufgerundet auf zwei Nachkommastellen und dann auf 5 Rappen abgerundet. Bei einer Einzelwette über CHF 20 mit Quote 2.10 ergibt das CHF 42.00 vor der Rundung, und nach der 5-Rappen-Regel CHF 42.00. Ohne die Rundungsregel wären es dieselben CHF 42.00; erst bei krummen Quoten greift der Abschlag. Ein Kombinationsbeispiel: drei Voraussagen mit den Quoten 1.60, 1.80 und 2.10 ergeben eine Gesamtquote von 6'048, und aus CHF 20 werden dann rechnerisch CHF 120.96, nach den Regeln CHF 120.95. Die Marge steckt in den Eingangsquoten, nicht in den fünf Rappen. Diese Unterscheidung ist der Kern der ganzen Seite: Was den Wettenden wirklich kostet, sind die einzelnen Quoten und ihre Provision, nicht die Rundung am Ende.
Der Steuerfreibetrag spielt für einen typischen Wettenden keine Rolle. Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zum Freibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei; der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1'071'000, im Jahr 2025 bei CHF 1'070'400. Die kantonalen Schwellen unterscheiden sich, deshalb gilt «je nach Kanton», und es gibt keine einzige kantonale Zahl, die das abschliessend klärt. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein; diese holt man mit der Steuererklärung zurück. Wer unter dem Freibetrag gewinnt — also praktisch jeder —, zahlt weder Einkommensteuer noch Verrechnungssteuer auf dem Schweizer Gewinn. Für Detailfragen bleibt nur der Weg zum Steuerberater oder zur kantonalen Steuerverwaltung. Eine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze gibt es nicht.
Anders sieht es bei ausländischen Anbietern aus. Auf Gewinnen aus ausländischen Plattformen fällt keine Verrechnungssteuer an. Die kantonale Praxis im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen jedoch als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Wer also bei einer Plattform ohne Schweizer Bewilligung spielt, rechnet mit einer anderen Steuerrechnung als bei einer Schweizer Wette — einem Nachteil, der in keiner Werbung steht.
Rechtslage: nur zwei Bewilligungen, und was eine ausländische Bewilligung im Markt wert ist
Wer hier überhaupt anbieten darf
Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019) und werden von der Gespa in Bern beaufsichtigt, nicht von der ESBK, die ausschliesslich Casinos kontrolliert. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung je Spiel und gilt nur in der Schweiz. Eine ausländische Bewilligung — aus Curaçao, Malta, Deutschland oder sonst wo — hat hier keine Kraft. Was das Geschäft wert ist, zeigt der Rahmen: Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten veranstaltet, macht sich strafbar und riskiert bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre.

Der Anker der Bewilligungen
Die beiden Bewilligungen sind die einzigen, die den hiesigen Markt ausmachen. Swisslos trägt eine Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz für ein Grossspiel, mit Sitz in Basel; Veranstalterin ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft. Die Loterie Romande ist die zweite, ebenfalls mit Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz; Veranstalterin ist die Société de la Loterie de la Suisse Romande. Beide stehen unter der Aufsicht der Gespa. Es gibt keine weiteren bewilligten Buchmacher, weil das Gesetz nicht mehr zulässt — und deshalb ist jede Liste, die einen dritten Schweizer Anbieter führt, eine Liste mit einem Fehler.
Ein Online-Konto braucht einen Wohnsitz in der Schweiz und in der Praxis im Gebiet der jeweiligen Veranstalterin. Der Reingewinn geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen. Das ist für die Bewertung nicht irrelevant: Wer bei einem bewilligten Schweizer Angebot spielt, spielt in einem System, in dem ein Teil des Geldes in kanalisierten Fonds landet.
Was auf einem Schweizer Wettschein überhaupt stehen darf
In der Schweiz darf ausschliesslich auf Sportereignisse gewettet werden. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste: die von der Aufsicht geführte Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Version 10.09.2026). Qualifikationsrunden stehen nur dann darauf, wenn sie gelistet sind; Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind; Rangwetten nur, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet; Trainingsläufe sind nie zulässig. Die Liste enthält keine Ecken- und Kartenmärkte und keinen Esport-Abschnitt. Esport erscheint also nicht auf der Liste der zugelassenen Wettarten. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.
Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und live, sofern der Veranstalter über eine entsprechende Entscheidung verfügt; das Geldspielgesetz kennt keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Cash-Out ist nicht reguliert und damit ausschliesslich eine Funktion des einzelnen Anbieters. Wer eine ungewöhnliche Wettart auf dem Handy sucht, stösst hier auf eine Wand, die aus Papier besteht und nicht aus Technik.
Wohin das Geld nicht fliesst
Gewinne und Guthaben werden ausschliesslich auf ein Zahlungskonto ausgezahlt, das auf den Namen des Kontoinhabers lautet. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Sportwetten nicht. Eine Kreditvergabe an Spielende ist untersagt. Welche Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, ist seine eigene Sache und steht nur in seinen Bedingungen. Swisslos bietet PostFinance Pay zum Aufladen des Spielkontos an; die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt.
Bei Auszahlungen gibt Swisslos innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis Spielguthaben auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus. Ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden; die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1'000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; Gewinne über CHF 1'000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen überwiesen. Und der teuerste Satz für den, der es eilig hat: Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache gegen eine verweigerte Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben.
Was eine ausländische Bewilligung hier wert ist
Sie ist hier nichts wert. Eine ausländische Bewilligung hat keine Kraft in der Schweiz. Der Spielende wird nach Schweizer Recht nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt weder Schutz noch Fairplay-Kontrolle. Eine ausländische Plattform führt keine Anbindung an das schweizerische Sperrregister. Wer dort ein Konto hat, wird von einer allfälligen Spielsperre nicht erfasst. Wer dort gewinnt, verliert unter Umständen alles in einem Verfahren, an dem er nicht beteiligt ist.
Die Sperrliste ist das sichtbare Ende dieser Konstruktion. Die Aufsicht veröffentlicht darin ausländische Domains, die schweizerische Telefonanbieter per DNS blockieren. Ende 2025 waren es 671 Domains. Die Liste wird laufend ergänzt, und die Anbieter wechseln ihre Adressen entsprechend schnell — die Aufsicht nennt das Domain-Hopping.
Ehrlich formuliert: Offshore bedeutet kein Schweizer Permit, kein Schweizer Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsschutz und kantonale Steuerfolgen. Bewilligt bedeutet vollen Schweizer Schutz, aber auch nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste an Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzpflicht und eine Verifizierung. Keine der beiden Seiten ist per se die sichere Wahl.
Die zehn Anbieter im Einzelnen
Swisslos Sporttip: der eine Anbieter, der die Deutschschweiz bedient
Swisslos ist eine der beiden Veranstalterinnen, die das interkantonale Recht in der Schweiz zulässt, mit Sitz in Basel und einer Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz unter der Aufsicht der Gespa; Veranstalterin ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft. Das Produkt heisst Sporttip. Ein Online-Konto ist nur für Personen mit Wohnsitz im Swisslos-Vertragsgebiet offen: die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.
Das ist die breiteste Bewilligung im Land und gleichzeitig die einzige Option für einen Zürcher oder Bündner, der nicht ins Casino wandern will. Die Bedingungen sind detailliert: Anmeldung ab 18 Jahren, Wohnsitz im Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre, nur eine Registrierung pro Person. Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage müssen vor der ersten Teilnahme stehen. Limiten für Einzel- und Kombiwetten reichen von CHF 1 bis CHF 1'000, bei Systemwetten bis CHF 10'000.
Der Punkt, der bei Sporttip am meisten kostet, ist nicht eine schlechte Quote, sondern eine unsichtbare Schranke: Die Limiten kann das Unternehmen jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird gar nicht erst angenommen. Eine Wette, die abgelehnt wird, sagt nichts darüber, ob sie gut war. Sie sagt nur, dass sie zu gross war. Wer Kombinationen mittlerer Grösse spielt, merkt davon wenig; wer selten, aber hoch spielt, stösst mitten im Wettschein an. Für diesen Nutzertyp ist die Limite das dominierende Merkmal des Produkts, nicht die Quote, nicht die App.
Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Produkt, ein anderes Gebiet, dieselbe Härte
Die Loterie Romande ist die zweite Veranstalterin, die das interkantonale Recht zulässt, ebenfalls mit einer Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz unter der Aufsicht der Gespa. Veranstalterin ist die Société de la Loterie de la Suisse Romande. Sie veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne und zählt 2'350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende.
Für einen Wettenden in Lausanne ist das die einzige Option innerhalb des Schweizer Systems — und der Vergleich mit Sporttip verläuft dann nicht über Angebotstiefe, sondern über Verfügbarkeit. Wer in beiden Gebieten eine Zweitadresse hat, kann beide Konten führen; wer nicht, hat genau eines. Die Dichte der Verkaufsstellen ist in der Westschweiz der praktische Vorteil: Wer den Online-Kanal und das Papier kombinieren will, findet in der Region rund 2'350 Adressen. Dieselbe Anforderung wie in der Deutschschweiz gilt auch hier: Wohnsitz im Vertragsgebiet, 18 Jahre, keine Spielsperre, eine Registrierung pro Person.
Die Bewertung fällt bei beiden gleich aus, und das ist nicht Bequemlichkeit, sondern das Ergebnis der Struktur. Zwei Veranstalter mit demselben Gesetz, derselben Aufsicht und derselben Pflicht zu Verlustlimiten: Der Unterschied zwischen ihnen liegt im Kanton, in dem man wohnt, nicht in der Qualität des Produkts.
MrXbet: Schweizer Spielende werden hier zu Auswärtigen im eigenen Land
MrXbet hat keine Schweizer Bewilligung. Eine Schweizer Bewilligung existiert für dieses Angebot nicht, weil nur Swisslos und Loterie Romande Sportwetten in der Schweiz anbieten dürfen. Eine gemeldete Bewilligung hat in der Schweiz keine Kraft. Es bestehen keine Anbindung an das Sperrregister und kein Schweizer Rechtsschutz. Die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS blockiert werden.
Wettigo: dieselbe Struktur, derselbe Vorbehalt
Wettigo hat keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen hier Sportwetten anbieten; eine gemeldete Bewilligung hat keine Kraft in der Schweiz. Keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz. Die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden. Für Schweizer Spielende heisst das: keine Kontrolle, keine Beschwerdestelle, kein Weg, einen strittigen Gewinn durchzusetzen.
Pribet: ein Angebot ohne Schweizer Standbein
Pribet hat keine Schweizer Bewilligung. Eine gemeldete Bewilligung hat in der Schweiz keine Kraft, es gibt keine Anbindung an das Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsschutz. Die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und blockiert werden. Wer hier einzahlt, tut das in ein Geschäft, das der Schweizer Aufsicht nicht untersteht — mit allen Folgen für die Durchsetzung eines Anspruchs.
HighFlyBet: Tempo ohne Rechtsgrundlage
HighFlyBet trägt keine Schweizer Bewilligung. Weder Swisslos noch Loterie Romande ist es, und das ist keine Frage der Auslegung: Nur diese beiden dürfen hier Sportwetten veranstalten. Eine gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, Sperrliste als Möglichkeit. Der Preis der Anonymität ist die Aussichtslosigkeit, wenn es um Geld geht.
Boomerang Bet: der Name verspricht nichts, was das Recht einfängt
Boomerang Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Eine gemeldete Bewilligung hat hier keine Kraft; es fehlt die Anbindung an das Sperrregister, und Schweizer Rechtsschutz besteht nicht. Die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden. Wer sein Guthaben auf dem Bildschirm sieht, sieht eine Zahl in einem fremden Rechtssystem — nicht mehr.
AmunRa: Erreichbarkeit ist keine Erlaubnis
AmunRa hat keine Schweizer Bewilligung. Nur die beiden Schweizer Veranstalter dürfen hier Sportwetten anbieten; eine ausländische Bewilligung bleibt ohne Wirkung. Keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, Sperrliste möglich. Dass eine Domain tagein, tagaus lädt, sagt nur, dass die Namen noch nicht geblockt sind.
Betify: ein Konto ohne Anspruch auf Schweizer Verfahren
Betify hat keine Schweizer Bewilligung. Es gibt keine Anbindung an das Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsschutz, und die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden. Für einen Wettenden, der einen Gewinn einfordern will, bedeutet das: kein Gericht in Bern, keine Aufsicht in Bern, keine Adresse in Bern.
Funbet: der letzte Name in der Liste, dieselbe Bewilligungslücke
Funbet hat keine Schweizer Bewilligung. Swisslos und Loterie Romande sind die einzigen Veranstalter, die ein solches Angebot hier betreiben dürfen. Eine gemeldete Bewilligung hat keine Kraft in der Schweiz; es fehlen die Anbindung an das Sperrregister und der Schweizer Rechtsschutz, und die Domain kann blockiert werden.
Was die acht Namen zusammen bedeuten
Acht von zehn Namen in dieser Liste stehen ausserhalb des Schweizer Systems. Keiner davon ist ein Schweizer Veranstalter, keiner hat eine Schweizer Bewilligung, keiner ist an das Sperrregister angebunden, und keiner bietet Schweizer Rechtsschutz. Die Unterschiede zwischen ihnen liegen in Details, die der Schweizer Rahmen nicht bewertet — und eine Bewertung, die diese Unterschiede zum Hauptkriterium macht, sortiert Merkmale, die im Konfliktfall nichts tragen.
Wer sich bewusst für einen ausländischen Anbieter entscheidet, sollte das mit offenen Augen tun: Die Wette ist dieselbe, die Quote ist vielleicht besser, und das rechtliche Netz darunter ist dünner. Bei einem Gewinn über der kantonalen Grenze kommen steuerliche Folgen hinzu, die je nach Kanton unterschiedlich ausfallen. Ein Vergleich, der nur den Preis an der Spitze betrachtet, lässt genau diese Zeile weg.
Woran die Wahl auf dem Handy tatsächlich hängt
Die drei Fragen, die den Unterschied machen, haben nichts mit der Optik einer App zu tun. Erstens: Darf ich hier überhaupt spielen? Ein Konto bei Swisslos setzt Wohnsitz im Vertragsgebiet voraus, ein Konto bei der Loterie Romande Wohnsitz in einem der sechs Westschweizer Kantone. Zweitens: Welche zwei Zahlen bestimmen mein Risiko? Die Verlustlimite und der Höchsteinsatz pro Wette. Ein Wettender mit CHF 1'000 monatlich verfügbarem Budget merkt die Höchstlimite nie; wer CHF 800 auf eine Kombination setzen will, merkt sie sofort. Drittens: Wer zahlt, wenn etwas schiefgeht? Bei einem bewilligten Veranstalter gibt es eine Aufsicht, eine Beschwerdefrist und ein Konto, das auf den eigenen Namen lautet. Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung gibt es keine dieser drei Sachen.
Alles andere — die Anzahl der Märkte, die Geschwindigkeit der App, die Grösse der Schrift — ist zweitrangig. Wichtiger als der schönste Livewetten-Bildschirm ist die Frage, ob der Wettschein nach einem strittigen Spiel noch jemandem gehört, der ihn durchsetzen kann.
Häufige Fragen zu mobilen Sportwetten in der Schweiz
Wer darf in der Schweiz Sportwetten für das Handy anbieten?
Nur zwei Veranstalter mit Bewilligung nach dem Geldspielgesetz: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide stehen unter der Aufsicht der Gespa, und beide bedienen ein eigenes Kantonsgebiet. Online-Konten gibt es nur für Personen mit Wohnsitz in diesem Gebiet.
Gilt die Bewilligung eines ausländischen Anbieters auch für Spielende in der Schweiz?
Nein. Eine ausländische Bewilligung — aus Malta, Curaçao oder Deutschland — hat in der Schweiz keine Kraft. Ohne Schweizer Bewilligung fehlt die Anbindung an das Sperrregister, und Schweizer Rechtsschutz besteht nicht. Die Domains solcher Anbieter können auf die Sperrliste gesetzt und per DNS blockiert werden.
Welche Verlustlimiten müssen vor der ersten Wette auf dem Handy gesetzt werden?
Bei Sporttip sind Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage Pflicht. Die Oberlimite liegt bei CHF 9'999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1'000. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage ist zusätzlich möglich.
Wie berechnet sich der Gewinn einer Wette aus Einsatz und Quote?
Der Gewinnbetrag ist Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote, also dem Produkt der Einzelquoten. Bei Sporttip wird das Ergebnis zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Die Marge des Veranstalters steckt in den Quoten selbst.
Wie hoch sind Mindest- und Höchsteinsatz bei Einzel- und Kombinationswetten?
Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1'000. Für Systemwetten gilt ein Höchsteinsatz von CHF 10'000. Eine Wette über der Limite wird nicht angenommen; die Limiten kann das Unternehmen jederzeit ändern.
Sind Gewinne aus Sportwetten steuerfrei, und was heisst «je nach Kanton»?
Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei; ab dem 1. Januar 2026 liegt der Bundesfreibetrag bei CHF 1'071'000. Die kantonalen Schwellen unterscheiden sich, deshalb «je nach Kanton». Darüber behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein.
Dieser Beitrag wurde vom Team von Torschützen Wetten erstellt.
